Gemeinschaftsschule

Veröffentlicht am 25.03.2008 in Aktuelles

Uwe Westphal

Eine „unendliche Geschichte“
Gemeinschaftsschule in Großhansdorf

Vor fast zwei Jahren gab es im Schulverband Großhansdorf Hoisdorf Siek die ersten Überlegungen, die Schulform zu ändern. Damals musste die Hauptschule zum Schuljahr 2008/2009 aufgegeben werden. Mangelnde Anmeldungen für diese Schulart waren der Grund. Doch eine Tendenz, aus dieser Situation Konsequenzen zu ziehen, waren bei der Mehrheit nicht zu erkennen.

Die Landesregierung Schleswig – Holstein verabschiedete im Jahre 2006 ein neues Schulgesetz. Alternativ konnten die Schulträger eine Regionalschule oder eine Gemeinschaftsschule beantragen. Großhansdorf war früh mit dieser Entscheidung befasst, aber leider ohne Fortschritte und Entscheidungen.

Nach langen Diskussionen, halbwahren und teilweise unwahren Argumenten der CDU gegen die Gemeinschaftsschule stellt sich heraus, dass die Großhansdorfer CDU am dreigliedrigen Schulsystem, also der Regionalschule, festhalten wollte. Gleichzeitig war erkennbar, dass die engagierten Eltern und Lehrer/innen sich für die Gemeinschaftsschule stark machten.

Mit „Taschenspielertricks“ wie dem imperativen Mandat wollte die Mehrheit die anderen Parteien zwingen, sich ihrem Willen zu beugen. Ein Rechtsgutachten und die Kommunalaufsicht des Kreises Stormarn beendeten diesen kläglichen Versuch.
Mittlerweile hatten die Gemeindevertretungen von Hoisdorf (einstimmig) und Siek (gegen zwei Stimmen) die Gemeinschaftsschule als neue Schulform beschlossen.
In der Schulverbandsversammlung zeichnete sich eine Einstimmenmehrheit für Gemeinschaftsschule ab. Auch das ließ die CDU Großhansdorf noch kalt. Man wusste, dass für eine notwendige Satzungsänderung eine 2/3 Mehrheit benötigt wurde. Hier konnte man sie immer noch blockieren.
Im Februar 2008 kam die Informationsbroschüre „Wir in Großhansdorf, die CDU informiert“ heraus. Wieder wurde mit Argumenten, teilweise von Bildungsexperten aus 1986, das dreigliedrige Konzept verteidigt und schön geredet.
Man behauptete einfach: „Die Regionalschule ist die bessere Schulart“.

Ende Februar haben dann die Befürworter der Gemeinschaftsschule, Elternvertreter und viele Eltern, eine sehr umfangreiche und relativ wertfreie Beurteilung der beiden Schularten vorgenommen. Die veröffentlichte Stellungnahme der vier Parteien in Großhansdorf fiel entsprechend aus. Lediglich die CDU verteidigte ihr Bildungskonzept von gestern. Auch der Schulverbandsvorsitzende, Bürgermeister Voß, kam zu einer positiven Beurteilung für die Gemeinschaftsschule.

In einer Elternbefragung der Grundschüler an den drei Grundschulen, diese Befragung erfolgte auf Antrag des Schulverbandsvertreters Westphal, stimmten weit mehr als 90% für Gemeinschaftsschule.
Noch in der Presse am 10. März verteidigten zwei Schulverbandsvertreter der CDU ihre Position und behaupteten: „Die Diskussion zur Regionalschule ist nicht überzeugend gelaufen, und stellten fest, dass nicht 95% positiv abgestimmt hätten. Welche Logik!

Am 13. März allerdings dann plötzlich die „Halbrolle rückwärts“, Herr Haffner begründete die Stimmenthaltung der CDU sehr wortreich und ebenso unlogisch. Die CDU hätte bei ihrer Haltung der Ablehnung bleiben sollen, das wäre ehrlich und konsequent gewesen. Benötigt wurden die vier Stimmen für die Gemeinschaftsschule und die notwendige Satzungsänderung ohnehin nicht.

Jetzt bekommt Großhansdorf eine Gemeinschaftsschule, dank der engagierten Eltern, Lehrer/innen, des Schulverbandsvorsitzenden und der drei Parteien SPD, Grüne und FDP. Wir hätten diese Schulform schon ein Jahr früher einführen können, eigentlich schade, aber besser später als gar nicht.

Uwe Westphal

 

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Mein Name ist Sandrine Klimek, ich lebe seit 10 Jahren gut und glücklich mit meiner Familie in Großhansdorf und bin seitdem auch ehrenamtlich / gesellschaftspolitisch engagiert.

Was bewegt mich, mich politisch zu engagieren? Es gibt viele Dinge, die mich weltpolitisch interessieren und viele davon reichen bis in mein unmittelbares Lebensumfeld. Insofern verstehe ich es als selbstverständlich mich für den Bereich, den ich direkt beeinflussen kann, stark zu machen. Mein Interessenschwerpunkt liegt hierbei in der Kinder-und Jugend- sowie Bildungspolitik. Ich möchte, dass alle Kinder eine Chance auf qualitativ gute Bildung haben. Egal ob in Krippe, Kita oder Schulkindbetreuung – wir brauchen vernünftige Konzepte die unsere Kinder fit für die Zukunft machen; keine überfüllten Gruppen, keine resignierten Erzieher/innen oder Lehrer/innen und keine frustrierten Eltern, die sich im Kostendickicht der Kinderbetreuung verlieren.

Mein zweiter Schwerpunkt ist die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Ich wünsche mir viel mehr Frauen in der Politik, die aktiv für ihre Rechte und Forderungen eintreten. Nächstes Jahr feiert das Frauenwahlrecht 100. Jubiläum und noch immer sind Frauen in vielen Bereichen benachteiligt und gerade in politischen Positionen unterrepräsentiert. Dies zu ändern ist mir ein großes persönliches Anliegen und ich würde mich freuen, wenn mehr Frauen sich trauen ihr Recht auf Beteiligung wahrzunehmen (und Beteiligung fängt in der Kommune an). Schluss mit den Trippelschritten! (Prof. Rita Süßmuth, Bundestagspräsidentin a.D.)